Aus der Welt der Medien - über Pressefreiheit, Repression, Manipulation und andere Tendenzen

Der Fall Claudia von Werlhof
Wie eine kritische Wissenschaftlerin infolge eines Interviews in einer österreichischen Tageszeitung ausgeschaltet werden soll - 31.3.2010 (zuletzt ergänzt am 15.4.2010)

Claudia von WerlhofClaudia von Werlhof

Claudia von Werlhof, Professorin am Institut für Politikwissenschaft (Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie) an der Universität Innsbruck hat der österreichischen Tageszeitung "DER STANDARD" ein Interview gegeben. Es trägt den Titel "Kapitalismus, ein Zerstörungsprojekt". Es erschien in der Wochenendausgabe vom 13.2./14.2.2010 (standard.at). Der Schluß des Interviews thematisiert das Erdbeben in Haiti. Er lautet:
    Werlhof: [...] Was die Natur angeht, muss uns klarwerden, dass wir von ihren Zyklen und Rhythmen derzeit nur wenig wissen. Also müssen wir die vormodernen Anschauungen studieren - hier gibt es ja bereits Arbeiten der neuen Biologie und Physik. Auf dass eine neue Ethik, ein neues Mitleiden entstehen. Damit nicht weiter das passiert, was etwa in Haiti geschehen ist.

    Standard: Sie meinen das Erdbeben?

    Werlhof: Ja, dass es ein künstlich produziertes Erdbeben gewesen sein könnte.

    Standard: Wie das?

    Werlhof: Im Projekt HAARP, einem Militärforschungszentrum in Alaska, wurden auf Grundlage der Tesla-Technologie (Nikola Tesla, kroatisch-amerikanischer Erfinder unter anderem den Wechselstroms entwickelte) Earthquake Machines hergestellt, die künstliche Erdbeben hervorrufen. Sie werden benutzt, um Erdölreserven aufzuspüren. Zwischen Haiti und Kuba soll es große Ölreserven geben, also könnte das Erdbeben in Haiti maschinell erzeugt worden sein, um die militärische Besetzung des Landes durch US-Truppen zu ermöglichen. Als Nebeneffekt werden unbotmäßige Regierungen wie etwa jene von Hugo Chavez in Venezuela unter Druck gesetzt.

    Standard: Glauben Sie das wirklich? Das klingt nach Verschwörungstheorie.

    Werlhof: Ich glaube gar nichts, aber Fakt ist, dass es die Technologie für künstliche Erdbeben gibt. Und von meiner Theorie her entspricht das genau der These von der patriarchalen Schöpfung aus Zerstörung. Außerdem: Öffentlich wird so etwas überhaupt nicht diskutiert.

    Standard: Ein blinder Fleck, ein Tabu ?

    Werlhof: So ist es - und nicht nur hier. Auch die Wirtschaftskrise wird ja nicht zum Anlass genommen, um etwas anders zu machen, sondern es wird mit allem Mitteln aufrechterhalten, wie es bisher läuft.

Daraufhin ist Prof. Dr. Claudia von Werlhof Angriffen ausgesetzt, u.a. vom Leiter des Instituts, für das sie arbeitet. Sie reagiert am 23.2.2010 mit dem folgenden offenen Brief:
    o. Univ. Prof. Dr. Claudia von Werlhof
    Institut für Politikwissenschaft
    Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie
    Universität Innsbruck
    Universitätsstr. 15
    A 6020 Innsbruck

    OFFENER BRIEF an Herrn K.
    Oder: Ich bin ein „Institutsschädling“!


    Der derzeitige Leiter des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck, an dem ich seit 21 Jahren arbeite, Prof. Dr. Ferdinand Karlhofer, hat mir in einer öffentlichen Erklärung in einem übrigens wenig seriösen Teil der scienceblogs.de, die er am 17.2. an 30 weitere KollegInnen versenden ließ, vorgeworfen, einen „Schaden“ am „Ruf des Instituts“ angerichtet zu haben (scienceblogs.de). Ich bezeichne mich daher ab sofort als „Institutsschädling“!

    Dennoch ist mir unklar, welcher Ruf hier – außer vielleicht der meine durch Herrn K. – beschädigt worden ist und wodurch. Ich weiß noch nicht einmal, welchen „Ruf“ das Institut genießt, und vor allem, wem gegenüber. Nun soll dieser Ruf ein anderer, schlechterer geworden sein, und zwar dadurch, dass ich persönlich und keineswegs im Namen dieses Instituts ein Interview gegeben habe.

    Wie ist das möglich? Warum unternimmt Herr K. den völlig überflüssigen Versuch, öffentlich etwas zurechtzurücken, was ich allein zu vertreten habe?

    Den Grund, den Herr K. für das Eintreten dieses angeblichen Schadens genannt hat, ist meine Aussage in einem Interview im Standard, Wochenendausgabe 13./14.2.2010 zum Thema Krise: „Wo ist das Geld?“, in dem ich unter der Überschrift „Kapitalismus, ein Zerstörungsprojekt“ am Schluss darauf hingewiesen habe, dass das Erdbeben in Haiti womöglich kein natürliches, sondern ein mechanisch produziertes gewesen sein könnte. Dies wird jedenfalls international diskutiert.

    Herr K. „bedauert“ diese Aussage und „bekundet“ auch allgemein: „In diesem Interview spiegelt sich nicht das Wissenschaftsverständnis des Instituts wider“. Leider konkretisiert er nicht, was ihm sonst noch an dem Interview nicht zugesagt hat. Das scheint im Vergleich zu der Haiti-These nicht von Interesse gewesen zu sein.

    Dabei habe ich nichts Geringeres als die theoretisch, ja paradigmatisch völlig neue Sicht der in Innsbruck in über 20 Jahren entstandenen „Kritischen Patriarchatstheorie“ auf die Neuzeit und Moderne als „kapitalistisches Patriarchat“ und historisch tief verankertes Projekt einer „Schöpfung aus Zerstörung“ vertreten, die es inzwischen objektiv nötig macht, der - an ihre dadurch nun auftretenden Grenzen geratenen - westlichen Zivilisation eine Alternative entgegen zu setzen.

    Der bahnbrechende Fortschritt, den die Kritische Patriarchatstheorie damit für die Wissenschaft bedeuten könnte, wird angesichts eines angeblich anderen „Wissenschaftsverständnisses des Instituts“ also von dessen Leiter noch nicht einmal bemerkt.

    Inzwischen liegen erstaunlicherweise über 900 Postings zu diesem Interview sowie einer – mit Verlaub gesagt absurden, projektionsgeladenen und grob Ruf schädigenden sowie völlig ahnungslosen – Stellungnahme eines Mitglieds der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, eines mir unbekannten Herrn Hye, vor, der noch nicht einmal mitbekommen hat, dass die „gender-studies“ so ziemlich das Gegenteil von dem sind, was ich seit über 20 Jahren auf dem 1. Frauenforschungslehrstuhl Österreichs in Innsbruck versuche.

    Denn da geht es gerade nicht um das weitere Mitmachen und Aufsteigen im modernen Patriarchat, sondern um die grundsätzliche Kritik an diesem als „Zerstörungsprojekt“ und um die deshalb notwendige Suche nach Alternativen zu ihm, auf dass so etwas wie die von Herrn Hye genannte „soziale Sicherheit, Freiheit, Gleichheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ in einem wohlverstandenen Sinne einmal auch für Frauen und alle anderen Kolonisierten gelten können. Denn das tun sie aus Gründen, die Herrn Hye immer noch völlig unbekannt zu sein scheinen, in der Moderne gerade nicht. Ja, diese angeblich der Moderne zu verdankenden positiven Errungenschaften, die in Wahrheit im Allgemeinen aus unserer matriarchalen Vorgeschichte einer egalitären, herrschaftsfreien, klassenlosen und lebensfreundlichen Zivilisation stammen, gelten inzwischen, weltweit gesehen und dank der Globalisierung des Neoliberalismus im Konzerninteresse, mehr oder weniger nur noch für so etwas wie die oberen Zehntausend.

    Stattdessen verteidigt Herr Hye die Moderne mit einer völlig auf den Kopf gestellten Argumentation, die historisch – er ist ja offenbar Historiker – gerade nicht standhält, nämlich dass ausgerechnet die Subsistenzproduktion das Übel schlechthin war, von dem uns die Moderne befreit hat, und er scheut sich noch nicht einmal, das stalinistische Terrorregime der Roten Khmer in Kambodscha doch tatsächlich auf die Subsistenzproduktion, um die es in diesem Agrarregime aus seiner Sicht angeblich ging, zurückzuführen.

    Damit will er mir groteskerweise unterstellen, ich plädierte für Kambodscha als Alternative! Dabei ist die Subsistenzproduktion die Wirtschaftsweise, die im Gegensatz zur Neuzeit und Moderne gerade nicht von stetigem „Mangel, Hunger, kriegerischen Konflikten und Menschenhandel“ geprägt war und ist. Denn die Hälfte der Weltbevölkerung sind bis auf den heutigen Tag kleinbäuerliche SubsistenzproduzentInnen, und allein ihnen ist es zu verdanken, dass trotz der allgemeinen Durchsetzung der Warenproduktion die dadurch arm gemachten Menschen vor allem des Südens immer noch wenigstens etwas zu essen haben.

    Über den Subsistenzcharakter der modernen Hausarbeit, schließlich, scheint Herr Hye überhaupt noch nie etwas gehört zu haben, obwohl diese Diskussion inzwischen über 30 Jahre alt ist. Aber vielleicht hat er, wenn er über eine Hausfrau verfügt, darüber selber auch noch nicht nachdenken müssen (vgl standard.at).

    Was im Zusammenhang mit meinem Interview da auch sonst an Hass, Frauenverachtung, Ressentiments und Gewalt-Fantasien hochgekommen ist, ist eine Sache. Es gab daneben übrigens auch eine Reihe von massiven Sympathie- und Zustimmungsbekundungen, z.B. von Wissenschaftlern wie Dr. Gerhard Hovorka, Ökonom an der Bundesanstalt für Bergbauernfragen oder Künstlern wie Konstantin Wecker, der mir ausdrücklich seine Unterstützung angeboten hat!

    Die andere Sache ist „mein eigenes“ Institut sowie sein Leiter, Herr K., an den ich meinerseits einige Fragen richten möchte, die ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten will.

    1. Warum hatte es Herr K. mit seiner sich von mir so explizit distanzierenden Stellungnahme so eilig, dass er noch nicht einmal die Zeit gefunden hat, mich erst einmal persönlich zumindest auf diese doch wohl ungeheuerliche Haiti-These anzusprechen, die allein ihn an dem Interview interessiert zu haben scheint, und die ich ja nicht aus dem Hut gezaubert haben kann, aber in dem reichlich kurzen Interview - genauso wie andere Punkte - nicht ausführen konnte? (Er hat diese Zeit bis heute nicht gefunden).

    2. Welches ist das Wissenschaftsverständnis an unserem Institut, das hier eingeklagt wird? Ein explizites und offizielles ist mir bisher und trotz 21 Jahren Anwesenheit nicht bekannt. Vielmehr wurde jede Diskussion über inhaltliche Fragen, Theorien, Methoden und Paradigmen der (Politik-)Wissenschaft, die ich immer wieder zu führen versucht habe, strikt abgelehnt!

    3. Warum wird also plötzlich von Herrn K. ein explizites „Wissenschaftsverständnis des Instituts“ beschworen sowie eine offenbar immense und gefährliche Abweichung meinerseits davon registriert, die auch noch ein besonderer „Schaden“ für das Institut sein soll? Anders herum gefragt: Warum soll es nun nicht mehr verschiedene „Wissenschaftsverständnisse“ am Institut geben, sondern nur noch eins, und andere, davon abweichende, werden als institutsschädlich nun zu liquidieren versucht und das, ohne jede Diskussion zu führen oder Rücksprache mit mir zu halten? Oder wie ist der Hinweis von Herrn K. zu verstehen, dass ich ohnehin „demnächst emeritieren“ würde, sodass sich das Problem gottlob von alleine löse und daher nicht extra „eingeschritten“ werden müsse?

    Ja, woran erinnert ein solches Sprechen und Denken uns – ich muss sagen, gespenstischerweise? Und vor allem: an wen richtet es sich?

    4. Welches Wissenschaftsverständnis habe ich eigentlich selber, und warum hat dieses „vor Haiti“ niemanden am Institut überhaupt interessiert, - im Gegenteil, es wurde tunlichst negiert -, und hat zumindest keinen öffentlich bekundeten „Schaden“ für das Institut bedeutet? Im Gegenteil, meine zahlreichen Veröffentlichungen und Aktivitäten haben immer einen guten Teil der regelmäßig „nach oben“ zu berichtenden und von dort uns als besonderer Erfolg zurückgemeldeten Forschungs-Leistungs- Dokumentation (FLD) des Instituts an der Universität Innsbruck ausgemacht.

    5. Was hat die „Haiti-These“ überhaupt mit (m)einem „Wissenschaftsverständnis“ zu tun? Und worum geht es Herrn K. bei der unvermittelten und unbegründeten Ablehnung dieser These? Und geht es vielleicht um etwas anderes als ein ernst zu nehmendes „Wissenschaftsverständnis“?

    Damit kämen wir am Punkt 1 wieder an. Denn da liegt offenbar der Hase im Pfeffer! Die Frage ist: Warum hat Herr K. sich verhalten, wie er sich verhalten hat? War dieses Verhalten geleitet von der „reinen“ Wissenschaft und ihrem „Verständnis“ als solchem? Oder geht es womöglich um Politik und ihren Zusammenhang mit Wissenschaft?

    Wäre dann das „Wissenschaftsverständnis des Instituts“, wie es Herr K. definiert haben möchte, eine von politischen Interessen geleitete (Pseudo-)Politikwissenschaft, die nicht offen als „Linie des Instituts“ benannt oder eingeklagt wird? Und wäre diese Offenlegung des Wissenschaftsverständnisses des Instituts nur dadurch nötig geworden, weil ich mit der „Haiti-These“ eine Art Rubikon überschritten hätte, was nicht umkommentiert bleiben konnte?

    Warum also sorgte Herr K. jetzt dafür, dass die Dinge öffentlich klar gestellt wurden, egal, wie auch immer sie zustande gekommen waren, und auch dann, wenn „das Institut“ selber gar nichts damit zu tun gehabt hatte? Warum hatte er nicht erst mit mir gesprochen? Musste die Distanzierung schnell erfolgen? Und wem gegenüber und warum? Inwiefern stand die „Reputation“ des Instituts auf dem Spiel?

    Ich scheine also ein Tabu gebrochen zu haben. Aber es kann doch wohl kaum darin bestehen, dass die US-Regierung nicht geheimer Machenschaften verdächtigt werden darf. Dagegen stünden internationale Erfahrungen, nicht zuletzt mit dem Irakkrieg. Und habe ich eine solche Verdächtigung aus der Sicht von Herrn K. schon dadurch ausgesprochen, dass ich mit der Haiti-These bereits die zunächst nur theoretische Möglichkeit, dass die US-Regierung einen solchen Angriff unternehmen könnte und dann auch tatsächlich unternommen haben könnte, nicht von vorn herein kategorisch aus meinem Denken ausgeschlossen habe?

    Wieso liegt Herrn K. soviel daran, dass aus dem Institut heraus, dessen Leiter er ist, keine Verdächtigungen gegenüber der US-Regierung ausgesprochen werden, selbst wenn sie wissenschaftlich begründbar sind?

    Vielleicht kann er mir das ja einmal erklären, wenn auch wohl kaum aus einem ernst zu nehmenden „Wissenschaftsverständnis des Instituts“ heraus. Die berühmte „Verschwörungstheorie“, die neben zahlreichen Kommentatoren originellerweise auch Herr Hye von der ÖAW bemüht, ist doch dann bloß der Holzhammer, mit dem alles Weiterdenken platt gehauen wird, das auch angesichts aufgedeckter "Verschwörungen", wie etwa die propagandistische Einfädelung des Irakkriegs, wohl am Platze wären. Eine solche Politikwissenschaft würde reale Erfahrungen ignorieren und mit Denkverboten operieren! Sie würde aufhören, wo sie beginnen müsste. Und anstatt der Wissenschaft käme der angeblich „moralisch“ – und daher gut? – gemeinte Aufschrei: Wie können Sie von der US-Regierung nur so etwas überhaupt denken!

    Dabei operiert so manche US-Regierung selbst mit Verschwörungstheorien und begründet einen Großteil ihrer Politik seit 9/11 damit. Dagegen haben diejenigen, die mir Verschwörungstheorien nachsagen, wahrscheinlich noch nicht viel eingewandt.

    Jedenfalls ist es ja nach Hiroshima UND Nagasaki, nach „1, 2, vielen Vietnam“, Kriegen inzwischen in der ganzen Welt (400 Kriegsschauplätze zählt „Ärzte ohne Grenzen“), Guantánamo, Abu Graib, Waffengeschäften und Aufrüstung und und und doch wohl nicht „unmoralisch“ oder gar „abstoßend“ - wie mir Herr Hye perverser- und sich selbst entlarvenderweise vorwirft -, der Haiti-These nachzugehen, die ja gar nicht von mir stammen kann. Aber das muss sie auch nicht, um Anlass zum Aufhorchen zu sein. (Ich muss ja auch nicht Naturwissenschaftlerin oder Technikerin sein, um mit der Existenz von PCs und noch ein paar andere Maschinen klar zu kommen).Genau das ist Wissenschaft, Politikwissenschaft, wie ich sie verstehe: den Dingen nachzugehen, anstatt irgendetwas zu glauben, den Vogel Strauß zu spielen oder/und die wirkliche Politik zu vertuschen. Und dazu beizutragen möchte ich alle auffordern!

    Wie, wenn es stimmt, wenn Haiti tatsächlich nicht durch ein natürliches Beben zerstört worden wäre? Diesen furchtbaren Verdacht, der mir die Haare zu Berge stehen lässt, kann man doch nicht im Raume stehen lassen. Und wer kann ihn ausschließen? Wer weiß, was wirklich passiert ist? Dem muss doch nachgeforscht werden! Was würden die HaitianerInnen machen, wenn es wirklich so wäre und sie davon erfahren würden? Sie würden jedenfalls nicht als stumme Sklaven nach der Zerstörung die „Schöpfung“ eines neuen, wahrscheinlich neoliberalen und militarisierten Haiti mitmachen, sondern ihre alte Freiheitstradition wiederentdecken!

    Denn genau sie, die HaitianerInnen haben als erste, vor allen anderen, die – ihre eigene – Sklaverei schon 1804 abgeschafft. Sie haben die 1. antikoloniale Revolution der Moderne vollbracht.

    Und anschließend wurden sie erneut immer nur geplündert und missbraucht. Von wem wohl? Von uns, den Weißen (Der weiße Fluch, ilabonn: Eduardo Galeano über Haiti).

    Deswegen habe ich die Haiti-These aufgegriffen: Eben weil ich will, dass die HaitianerInnen nachforschen, eben weil ich weiß, dass niemand dieses heiße Eisen anfassen würde, eben weil ich mich ihnen verbunden und mich dafür verantwortlich fühle, dass diese These nicht unter den Tisch fällt – ich habe nicht umsonst fast 5 Jahre in Mittelamerika und Venezuela, meiner „2. Heimat“, gelebt und wahrlich an den grass- roots in Stadt und Land geforscht, und ich kenne auch Haiti.

    Wie sollte ich diese Menschen da im Stich lassen, indem ich den Mund halte über etwas, das ich erfahren habe und das zumindest andere für möglich halten, über das ich schon seit Wochen recherchiere, und das für sie buchstäblich lebenswichtig sein könnte…?

    „Moralisch“ besteht die Möglichkeit, dass die Haiti-These stimmt, technisch angeblich auch (das HAARP in Alaska und seine Möglichkeiten, wie z.B. auch der Wettermanipulation, sind seit langer Zeit bekannt, z.B. auch dem EU-Parlament (vgl. www.europaparl.europa.eu), und politisch – geopolitisch, ressourcenpolitisch – erst recht, wenn es nämlich stimmt, dass vor Haiti und Cuba riesige Ölvorkommen entdeckt wurden. Auch faktisch könnte vieles darauf hinweisen, wie z.B. die Tatsache, dass in der gleich angrenzenden Dominikanischen Republik keinerlei Folgen dieses Erdbebens registriert wurden, oder die logistische Meisterleistung, 10.000 US-Soldaten bereits 3 Tage nach dem angeblich so überraschenden Beben organisiert einmarschieren und die Macht in Haiti übernehmen zu lassen. Wozu? Für die Verbesserung der Verteilung von Hilfsgütern offenbar nicht (Daten z.B. bei www.globalresearch.ca).

    Und wäre nicht Haiti auch ein guter Stützpunkt für die „Rückeroberung“ des immer aufsässigeren Lateinamerikas, etwa nach dem Ende des Irak-Krieges?

    Nun, die Zukunft wird es zeigen.

    Mein Wissenschaftsverständnis orientiert sich an der erfahrenen Realität und nicht an irgendwelchen Kalkülen. Ich galt im Institut daher immer als in diesem Sinne „unberechenbar“, und man hat stets und mit allen Mitteln dafür gesorgt, dass ich auf keinen Fall irgendwelche MitarbeiterInnen hatte oder gar Institutsleiterin würde (was ich allerdings auch nicht im Mindesten angestrebt habe). Also war ich auch vorher eigentlich immer schon ein potentieller „Institutsschädling“.

    Nun hat die Haiti-These Aufsehen erregt und schnelle Reaktionen hervorgebracht, die ein wenig an den bedingten Reflex erinnern, damit aber auch den Hauptteil des Standard-Interviews und seine Aussagen in den Hintergrund verfrachtet haben. Doch trägt die These über Haiti auf diese Weise ihre ersten Früchte. Man blickt vielleicht anders und mit größerer Aufmerksamkeit auf die Insel, mit der die Kolonisierung Amerikas begann, und das nicht - das ist die Ironie der Geschichte - weil ich die Haiti-These öffentlich in Betracht gezogen habe, sondern gerade weil so eine schnelle Abwehr erfolgte. Denn die macht misstrauisch.

    So war es also ganz richtig, dass ich sie öffentlich gemacht habe, und wer weiß, was sie noch alles bewirkt – hoffentlich nur Gutes – für die Menschen in Haiti! Da kann mann mich ruhig beschimpfen, soviel man und sie wollen!

    Dann bin ich eben ein richtiger "Institutsschädling".

    Claudia von Werlhof

Am 27. März 2010 beschreibt Claudia von Werlhof die Diffamierungskampagne als Hexenjagd. Sie hat das Gefühl, als sei der Faschismus bereits gleich nebenan. Zunächst die englische Version Ihres Textes (daran anschließend die deutsche Version):
    It´s not about me, it´s about Mother Earth!

    Since the middle of February there has been a sort of constant witch hunt of the Austrian newspapers against me. The campaign has been going on for about 5 weeks. Obviously there is somebody, a group or several persons/groups at the same time behind it who want to do the biggest possible harm to me as a woman and as a social scientist, an academic and a teacher.

    It started with an interview for the well known newspaper "Der Standard" in Vienna, in which several more or less well known people were interviewed about the economic crisis. I was chosen for an interview too. It appeared under the title: "Capitalism, a project of destruction". I explained our approach, a "Critical Theory of Patriarchy" in a few sentences. There was not much space, of course. In the end I pointed to the international debate about Haiti and the rumours that the earthquake might have been produced artificially.

    After that I was accused of saying things that are not scientific and cannot be true. This accusation was made publicly by the director of the Institute of Political Science where I have been working for 21 years. He said that I damaged the institute by pointing to the international debate about the possible artificiality of the earthquake in Haiti.

    From then on, in the rather polemical "science blogs.de" in which he published his statement, there were hundreds of comments published, 900 within a few days. All were negative and extremely aggressive, shouting at me as a "conspiracy theorist", mocking at me as a woman, as a social scientist, as a teacher etc. Tendency: she is mentally ill and should be removed from her position. The extreme right party in Vienna (BZÃ-) even formally accused me of being mentally ill in front of the public prosecutor in Innsbruck and demanded I be removed from the University.

    Who knows who really wrote the blog comments? When my students started to put their comments in the blog, they were removed almost immediately. Other people sent me their positive comments that were never published.

    Some of the comments also mentioned feminism, womens' studies, ecofeminism and that I was doing away with them by proving that they are really completely useless, crazy and unscientific as I ventured into fields outside of my discipline. All natural scientists would say that there are no artificial earthquakes at all possible, and as I am not a natural scientist or geo-physicist, I could not have an idea at all of what I was talking about, much less about HAARP, the military research center in Alaska that is active in realizing the experiments in question. According to them this would not be true at all and ridiculous to even mention etc.

    I answered the attacks with an "Open Letter to Mr. K." (the first letter of the name of the director of the Institute of Political Science), asking him to say how I could have damaged the institute by using my right to speak out freely.

    In the meantime I have gotten a lot of information from all over the world about these experiments, and especially also from biologist, chemist and environmentalist Dr. Rosalie Bertell who got the Right Livelihood Award for her work in 1986 and who wrote: "Planet Earth. The Latest Weapon of War", the result of her lifelong research about the history of HAARP. In this book she states that artificial earthquakes are part of the new techniques of non-nuclear planetary mass destruction and a dangerous manipulation of the planet itself, as developed by the military. After I had asked her for more information about Haiti on the 22nd of March she wrote:

      Dear Claudia,

      I am sorry for your trouble. It is true that several countries now have the technology to cause earthquakes. There was also what looked like a plasma streak in the sky over Haiti before the earthquake. However, these may have been unrelated, and if they were related we cannot be sure which country caused the quake. I have written about this and other new technologies in my book: "Planet Earth: The Latest Weapon of War". It is available in all Universities in Canada and is used as a text book in some U.S. Universities. You might be able to get a copy in Europe. Otherwise I could send it to you.

      Dr. Rosalie Bertell

    I had asked Rosalie Bertell because, in a second round which started shortly after our international conference "Ways to a New Civilization" with German speaking participants at the beginning of March, a new wave of "information" started about me and what I had presumably said: From one day to another all the newspapers in Austria said the same thing, namely that I was definitely accusing the US-Government and Military for having really produced the earthquake in Haiti! This of course was a big and consciously produced lie. Even the newspaper "Der Standard" in which my interview had appeared said this without considering that this "news" contradicted the interview they themselves had printed. I informed the different media about the fact that this was wrong information. They simply went on doing it. No chance to change it. This lasted for about two weeks and produced an amount of about 20.000 comments in the internet worldwide!

    It was a very dangerous situation, as this way I was "set free" vulnerable to any attack or threat. It felt like being beyond law, justice and the guarantee of personal security. It was like living in a totalitarian state, face to face with invisible powers that are beyond any control. And really, I was threatened in various and dangerous ways. I got ill for a while.

    And again, a huge wave of horror comments about me were produced and repeated. Even a wild idea about an "eco-feminist theory about earthquakes" was invented, and I was supposed to have accused "the men of destroying the world".

    Since then in my Institute I have been refusing to do administrative work as long as they maintain that I am damaging the Institute. Only one person of about 30 declared himself to be on my side. It feels as if fascism is already next door.

    I turned to the president of the University of Innsbruck as he has to act to protect me publicly, and I turned to the chief editor of the Standard, a woman, who had been lying to me. I got no answer at all about the background of this openly violent campaign.

    Our group of PhD students has published a letter of support (in German language) as I was practically denied the right to free speech and to publish the results of independent research and teaching. The students defended our new theoretical approach of a "Critical Theory of Patriarchy".

    Now we are going to ask the participants of our conference to do something, and there are two international Letters of Solidarity ready, signed by many intellectuals from around the whole world, one coming from Mexico - including even the signature of Immanuel Wallerstein from Yale University - the other one from the United States.

    I had to think hard to understand what was going on and why. My impression is that there are specific people with specific interests around me, in this country and overseas trying to do harm to me so that nobody will listen to me any more. But since they were constructing and "inventing" me as a sort of monster-stereotype that in reality has nothing to do with me, I learned that - paradoxically - it is in fact not me who is important in this case. What was and is important is instead that they are trying to hide by the scandal around me what really is at stake: The attacks on Mother Earth and her use for the wars, the catastrophes and the politics of terror to come!

    Claudia von Werlhof, Innsbruck 27.3.2010

Die deutsche Version ihrer zusammenfassenden Darstellung der Hexenjagd gegen sie:
    Es geht gar nicht um mich, sondern um 'Mutter Erde'

    Seit Mitte Februar 2010 gibt es eine Art fortgesetzte „Hexen“-Jagd österreichischer Zeitungen und Medien gegen mich. Diese Kampagne dauerte ca. 5 Wochen. Offensichtlich gibt es jemanden, eine Gruppe oder mehrere Personen und Gruppen zur gleichen Zeit, die mir einen möglichst großen Schaden als Wissenschaftlerin, akademische Lehrerin, Frau und Person zufügen wollen.

    Es begann mit einem Interview in der bekannten Tageszeitung „Der Standard“ in Wien, in dem für die Ausgabe vom 13./14.2. mehrere mehr oder weniger bekannte Menschen über die ökonomische Krise interviewt worden waren, wozu auch ich eingeladen wurde. Mein Interview erschien unter dem Titel: „Kapitalismus, ein Zerstörungsprojekt“. Ich erklärte darin unseren Ansatz der „Kritischen Patriarchatstheorie“ in einigen wenigen Sätzen, denn es gab nicht viel Platz. Am Ende verwies ich auf eine internationale Debatte über Haiti und die Gerüchte, dass das Erdbeben vom Januar dort künstlich hervorgerufen gewesen sein könnte.

    Danach wurde ich sofort öffentlich angegriffen, denn was ich über Haiti gesagt hatte, entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage und könne noch nicht einmal in Erwägung gezogen werden. Dasselbe vertrat der Leiter des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck, an dem ich seit 21 Jahren arbeite. Er meinte öffentlich, ich hätte dadurch dem Institut einen Schaden zugefügt, dass ich auf die Debatte um ein möglicherweise künstliches Erdbeben in Haiti eingegangen sei.

    Merkwürdig – als ob das keine Anlass sei, sich Sorgen zu machen. Schließlich ist es ja nichts Neues, dass menschliche Aktivitäten dass Leben auf der Erde und diese selbst zu gefährden begonnen haben!

    Von nun an wurden jedenfalls insbesondere vom ziemlich polemischen „science.blogs.de“, in dem die Stellungnahme des Institutsleiters erschienen war, Hunderte von Kommentaren dazu veröffentlicht, nicht weniger als 900 innerhalb von einigen Tagen. So gut wie alle waren gegen mich und extrem aggressiv, beschimpften mich als „krude Verschwörungstheoretikerin“ und verhöhnten mich als Wissenschaftlerin, Frau, Lehrerin und Person. Auch „Der Standard“ druckte einen entsprechenden, ignoranten und persönlich auf allen Ebenen verletzenden Kommentar von einem mir unbekannten Mitglied der „Österreichischen Akademie der Wissenschaften“ ab.

    Die Tendenz fast aller Kommentare war: ich sei geisteskrank und müsse aus der Universität entfernt werden. Demnach war ich nicht nur ein Schaden, sondern auch eine Schande für die Wissenschaft. Die rechtsextreme Partei BZÖ in Wien klagte mich deshalb sogar formell bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck an und forderte meine Entlassung.

    Wer weiß, wer wirklich die science.blogs – und sonstigen Kommentare schrieb. Als meine Studenten ihre Kommentare zu meinen Gunsten in den blog stellten, wurden diese praktisch sofort entfernt. Andere Leute schickten mir positive Stellungnahmen, die nirgendwo, auch nicht in den Zeitungen veröffentlicht worden waren.

    Viele der negativen Kommentare bezogen sich auch auf den Feminismus, die Frauenforschung, Gender-studies und den Ökofeminismus und behaupteten, ich hätte diese nun selbst zerstört, indem ich bewiese, wie überflüssig, nutzlos, unwissenschaftlich und blödsinnig diese seien. Denn ich würde mich ja außerhalb meiner Disziplin bewegen, nämlich in den Naturwissenschaften, und alle Naturwissenschaftler würden sagen, dass künstliche Erdbeben sowieso nicht möglich seien. Da ich keine Naturwissenschaftlerin oder mindestens Geophysikerin sei, könne ich also gar nicht wissen, wovon hier die Rede sei, am aller wenigsten von HAARP, dem Militärforschungszentrum in Alaska, in dem derartige Experimente unternommen werden. Letzteres sei blanker Unsinn und noch nicht einmal wert, erwähnt zu werden.

    Ich antwortete auf diese erste Angriffswelle mit einem „Offenen Brief an Herrn K.“ (K ist der 1. Buchstabe im Namen des Institutsleiters), in dem ich ihn fragte, inwiefern ich das Ansehen des Instituts beschädigt haben könne, indem ich mein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hatte. Darauf habe ich bis heute keine Antwort erhalten.

    Mittlerweile habe ich aus aller Welt sehr viele Informationen über die Experimente im HAARP bekommen, insbesondere auch von der Biologin, Chemikerin und Umweltexpertin Dr. Rosalie Bertell, die 1986 den alternativen Nobelpreis für ihre Arbeit erhalten hat. Sie hat das Buch: „Planet Erde. Die Letzte Kriegswaffe“ (Planet Earth. The Latest Weapon of War“) geschrieben, in dem sie die Ergebnisse ihrer lebenslangen Untersuchungen über die Geschichte von HAARP öffentlich macht. In diesem Buch legt sie dar, dass künstliche Erdbeben ein Teil von neuen Technologien nicht-nuklearer planetarer Massenvernichtung und gefährlicher Manipulationen des Planeten selbst sind, wie sie die Militärs und ihre Wissenschaftler seit Jahrzehnten entwickeln. (Es gibt inzwischen noch weit mehr Veröffentlichungen zu HAARP).

    Merkwürdig – wieso schlagen denn nicht mehr Naturwissenschaftler selber Alarm deswegen?

    Es geht uns doch alle an. Und wieso müssen da erst die Alarmglocken bei einer Person schrillen, die zunächst von Berufs wegen gerade keine Ahnung davon haben kann? Das disqualifiziert ja nicht mich, sondern die Naturwissenschaftler!

    Ich habe Rosalie Bertell über mehr Informationen zu Haiti gefragt. Sie schrieb mir am 22. März zurück:

      Es tut mir leid, dass Sie in Schwierigkeiten sind. Es stimmt, dass mehrere Länder heute die Technologie haben, um Erdbeben zu verursachen. Es gab auch das, was wie ein Plasma–Streifen im Himmel über Haiti vor dem Erdbeben aussah (solche Lichteffekte aus der Ionosphäre sollen bei künstlichen Erdbeben zu sehen sein, CW). Aber das kann auch unabhängig davon gewesen sein, und wenn es dazugehört hat, dann können wir nicht mit Sicherheit sagen, welches Land das Erdbeben ausgelöst hat. Ich habe darüber und über andere Technologien in meinem Buch „Planet Erde. Die Letzte Kriegswaffe“ geschrieben. Es ist in allen Universitäten Kanadas vorhanden und auch in einigen Universitäten in den USA. Sie können eventuell ein Exemplar in Europa bekommen. Wenn nicht, schicke ich es Ihnen gerne zu...

      Dr. Rosalie Bertell

    Ich hatte Rosalie Bertell gefragt, weil kurz nach unserer internationalen Konferenz „Wege in eine neue Zivilisation“ mit deutschsprachigen TeilnehmerInnen Anfang März an der Universität Innsbruck eine neue Welle von „Informationen“ über mich und das, was ich angeblich gesagt hatte, in den Medien begonnen hatte: Von einem Tag auf den anderen stand in allen österreichischen Zeitungen das gleiche, nämlich dass ich definitiv US-Regierung und –Militär angeklagt hätte, das Erdebeben in Haiti tatsächlich ausgelöst zu haben!

    Das war natürlich eine ungeheuere und offenbar bewusst produzierte Lüge, die geradezu einem Anschlag auf mich als Individuum gleichkam, einem Angriff „ad hominem“, wie es mein Anwalt nannte.

    Auch „Der Standard“, in dem mein Interview gestanden hatte, druckte dasselbe wie alle anderen, ohne zu berücksichtigen, dass diese „Neuigkeit“ dem Interview widersprach, das er selbst abgedruckt hatte. Es war, als wären alle österreichischen Medien in dieser Frage auf einmal „gleichgeschaltet“.

    Ich informierte verschiedene Zeitungen und Medien wie den ORF darüber, dass diese Meldung falsch war. Aber sie kümmerten sich nicht darum und fuhren mit ihrer Kampagne fort. Daran war nichts zu ändern. Das dauerte ca. 2 Wochen lang und rief eine Flut von ungefähr 20.000 – zwanzigtausend – Kommentaren im Internet hervor!

    Es war eine gefährliche Situation für mich entstanden. Denn ich war auf diese Weise als „vogelfrei“ erklärt und musste auf jede Art von weiteren, auch privaten Anschlägen gefasst sein: wie am Pranger! Es fühlte sich an, als ob ich auf einmal jenseits des Rechts, der Gerechtigkeit, der Moral und irgendeiner Garantie für die persönliche Sicherheit und Unverletzlichkeit existierte. Plötzlich lebte ich wie in einem totalitären Staatswesen, von Angesicht zu Angesicht mit unsichtbaren Mächten jenseits jeder Kontrolle. Und tatsächlich wurde ich auf verschiedene und gefährliche Weise auch außerhalb von Wort und Bild angegriffen. Ich wurde krank.

    Und wieder rollte eine Welle von Horror-Kommentaren neuer und schon bekannter Inhalte über mich hinweg. Selbst die Idee von einer „ökofeministischen Erdbebentheorie“ wurde erfunden, und ich wurde angeklagt, „die Männer der Zerstörung der Welt“ zu beschuldigen.

    Ich habe seit diesen Angriffen begonnen, die administrative Arbeit am Institut zu verweigern, nämlich solange nicht zurückgenommen wird, dass ich das Institut beschädigt hätte. Nur eine Person von dreißig hat in der ganzen Zeit erklärt, auf meiner Seite zu sein.

    Ich habe seitdem das Gefühl, der Faschismus ist nicht mehr weit.

    Ich habe mich dann an den Rektor der Universität gewandt, weil er eine Fürsorgepflicht für die Angehörigen der Universität hat und für die Freiheit von Forschung und Lehre auch öffentlich einzutreten hat. Denn er hat bis heute nichts Offizielles dazu verlauten lassen. Nun habe ich einen Termin mit ihm und werde ihn auffordern, das nachzuholen.

    Ich habe mich auch an die Chefredakteurin von „Der Standard“ gewandt, weil sie mich über die Fortsetzung der Kampagne gegen mich angelogen hatte. Ich bekam allerdings keine Antwort über den Hintergrund dieser offen gewalttätigen Aktion.

    Unsere Gruppe von DoktoratsstudentInnen hat eine mich unterstützende Stellungnahme herausgegeben, weil man mir praktisch das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Öffentlichmachung der Ergebnisse unabhängiger Forschung und Lehre verweigert hat. Dabei verteidigten sie auch unseren neuen theoretischen Entwurf der „Kritischen Patriarchatstheorie“.

    Jetzt sind die ReferentInnen unserer Tagung dabei, etwas zu unternehmen, und es gibt bereits zwei wunderbare und gleichzeitig sehr verschiedene Solidaritätsbriefe aus Mexiko und den USA, die von immer mehr Intellektuellen rund um die ganze Welt unterzeichnet werden. Darunter ist sogar Prof. Immanuel Wallerstein von der Yale University. Und auch die internationalen Frauengruppen sind informiert und fangen mit einer Solidaritätskampagne an, andere schreiben Protest-Briefe als Einzelne.

    Ich habe die ganze Zeit intensiv darüber nachdenken müssen, was geschehen ist und warum. Mein gegenwärtiger Eindruck ist, dass in diesem Krimi spezifische Personen mit spezifischen Interessen um mich herum, in diesem Lande und auch in Übersee versuch(t)en, mir soviel Schaden wie möglich zuzufügen, sodass ich eingeschüchtert, nicht mehr gehört oder ernst genommen werde. Mein Ruf als Wissenschaftlerin und Person sollte kaputt gemacht werden. Aber indem sie mich als Stereotyp einer Art von lächerlichem und gefährlichem Monster – einer modernen „Hexe“ - „konstruierten“ und erfanden, das in Wirklichkeit gar nichts mit mir zu tun hat, merkte ich, dass es – paradoxerweise – gar nicht um mich ging. Ich bin dabei gar nicht wichtig, denn ich wurde nur als Popanz aufgebaut und benutzt, um hinter dem künstlich produzierten Skandal um meine Person das zu verstecken, worum es wirklich geht: Die Anschläge auf die Unversehrtheit unseres Planeten, unserer Mutter Erde, und ihre Verwendung für die noch kommenden Kriege, Katastrophen und die Politik mit dem Terror!

    Claudia von Werlhof, Innsbruck, 28.3.2010

Infolge der Diffamierungskampagne gegen Claudia von Werlhof entwickelt sich eine Welle der Solidarität. Zu denen, die Claudia von Werlhof ihre Solidarität aussprechen, gehören die Kölner Soziologin Prof. Maria Mies, die Sprachwissenschaftlerin Genevieve Vaughan aus Austin/Texas und viele weitere renomierte Persönlichkeiten aus aller Welt.


Stellungnahme der Projektgruppe "Zivilisationspolitik" am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck - 5.3.2010:
    Die Projektgruppe "Zivilisationpolitik" der Universität Innsbruck (Forschungsplattform "Politik - Religion - Kunst") nimmt gemeinsam mit ehemaligen Studierenden öffentlich Stellung gegen die Diffamierung der "Kritischen Patriarchatstheorie" anlässlich des Standard-Interviews von Prof. Claudia von Werlhof vom 13./14.2.2010 und fordert eine freie, unabhängige und kritische Wissenschaft.

    Aus der bei der Pressekonferenz vom 5. März 2010 (Wagner'sche Buchhandlung, Innsbruck) verlesenen Stellungnahme:

    Wir, die Mitglieder und Freunde der Projektgruppe "Zivilisationspolitik" am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck, stellen uns entschieden gegen die Diffamierung der von Prof. Claudia von Werlhof begründeten "Kritischen Patriarchatstheorie", an deren Weiterbestehen und Weiterentwicklung wir alle beteiligt sind. Dieses neuartige wissenschaftliche Paradigma stellt geradezu die wesentliche Grundlage unserer eigenen wissenschaftlichen Arbeiten dar. Wir stehen daher für eine freie, unabhängige und kritische Wissenschaft, so wie sie Frau Prof. von Werlhof seit 21 Jahren hier in Innsbruck praktiziert. Als AbsolventInnen und Studierende am Institut für Politikwissenschaft bzw. MitarbeiterInnen der Projektgruppe "Zivilisationspolitik" fordern wir ein solches Wissenschaftsverständnis auch von den anderen Lehrenden an diesem Institut und den weiteren universitären Forschungseinrichtungen ein.

    Innsbruck, am 5. März 2010,

    Dr. Sibylle Auer
    MMag. Mathias Behmann
    Mag. Theresa Frick
    PD Dr. Renate Genth
    MMag. Martin Haselwanter
    DI Simone König
    Mag. Ursula Scheiber
    Mag. Birgit Scherer
    Mag. Sebastian Sojer M.A.
    Mag. Matthias Walch
    Mag. Simone Wörer
    Mag. Karin Heinisch
    Mag. Hildegard Reinerth
    Mag. Barbara Thaler
    Ursula Beiler/Künstlerin

    (Quelle: fipaz.org)

Brief aus Portland/USA mit Unterschriften von Persönlichkeiten aus aller Welt an den Rektor der Universität Innsbruck - 23.3.2010:
    Department of Philosophy
    University of Southern Maine
    P.O. Box 9300
    Portland, ME 04104-9300
    USA

    March 23, 2010

    Rektor der Universität Innsbruck
    Prof. Dr. Karlheinz Töchterle
    Innrain 52
    A 6020 Innsbruck / Austria – Europe

    Dear Rektor Töchterle,

    We, Profs. George Caffentzis and Silvia Federici and many other concerned people listed below, are writing to you because we are deeply disturbed by the defamatory campaign that has been waged against our esteemed colleague, Prof. Dr. Claudia von Werlhof, ostensibly generated by remarks she made in the course of a published interview with a journalist of „Der Standard.“ We are especially appalled by the threats that have been made to her academic position and to her personally. We have been also concerned by the manner in which her comments have been misrepresented in the media. It is difficult for us to understand how a statement she made concerning the status of public debate could be cast as a conspiratorial theory as it has been by the press.

    Sadly enough, the response which Prof. Werlhof’s interview has received verifies the central point that she made in it, which has been lost in the verbal blustering her detractors have indulged in. That is, in the growing climate of political intolerance it is increasingly difficult to bring to the public’s attention any view not aligned with the dominant accounts.

    As an illustration of her point, Prof. Werlhof noted in her interview that no consideration had been given in the media to the possibility that the Haitian earthquake may have been artificially produced. Such concern is not unjustified, considering that the existence of technologies capable of triggering earthquakes has been widely acknowledged by scientists, for many years now, at least in the United States. [See for example, James Glanz’s June 24, 2009 NY Times article entitled „Deep in Bedrock, Clean Energy and Quake Fears“ on the recognition of the connection between human activities and earthquakes, „Planet Earth: The Latest Weapon of War“ by Alternative Nobel Prize winner Rosalie Bertell which deals with the possible military uses of such technologies].

    Like Prof. Werlhof, we are not interested in belaboring this point. Instead, our concern is that a public intellectual of the caliber of Professor Werlhof is being smeared both in the media and in her own institute for deploring the narrowness of publicly sanctioned debate. Such an attack, especially when coming from academic authorities, is not only an act of injustice. It is also an egregious violation of the principle of academic freedom that protects scholars’ search for truth.

    As the Rektor of Innsbruck University, we therefore appeal to you to defend Prof. von Werlhof’s right, as an academic and as a citizen, to bring to the public’s attention debates about hypotheses that diverge from the mainstream narrative without fear of reprisals and character assassination. Let us not forget that it is society that suffers when such a right is violated.

    In pressing this demand, we also wish to remind you that Prof. von Werlhof is an internationally admired public intellectual who through her writings and lecturing has given a major contribution to feminist theory and to our understanding of the relation between women and the environment, Thus, in our eyes the reaction that has met her interview in „Der Standard“, is simply outrageous and damages the reputation of her detractors not Prof. Werlhof’s.

    We look forward to your prompt action on this urgent matter concerning academic freedom.

    Sincerely,
    • Prof. George Caffentzis, Department of Philosophy, University of Southern Maine, Portland, Maine 04104-9300, USA (caffentz@usm.maine.edu)
    • Prof. Emerita Silvia Federici, Hofstra Univesity, Hempstead, NY (Silvia. Federici@hofstra.edu)

    Signatories
    • Christy Amschler, M.A.; Los Angeles, CA, USA
    • Danica Borkovich Anderson, Forensic Psychotherapist/CEO, The Kolo: Women’s Cross Cultural Collaboration, International USA Based NGO, www.kolocollaboration.org
    • Chhaya Datar, Professor of Women’s Studies at Tata Institute of Social Sciences, Mumbai, India
    • Massimo De Angelis (University of East London, UK)
    • Michel Chossudovsky (Centre for Research on Globalization, Canada)
    • Patrick Gun Cuninghame (Tenured Profesor, Universidad Autonoma Metropolitana, Mexico City, Mexico)
    • Professor Emeritus Roxanne Dunbar-Ortiz (California State University, USA)
    • Gustavo Esteva (Universidad de la Tierra de Oaxaca, Mexico)
    • Nick Faraclas (University of Puerto Rico, Puerto Rico)
    • Ferruccio Gambino (Department of Sociology, University of Padova, Italy)
    • D'vorah J. Grenn, Ph.D. Co-Director & Core Faculty Women's Spirituality MA Program, Institute of Transpersonal Psychology, Palo Alto, California
    • Andrej Grubacic (San Francisco Art Institute, USA)
    • Kay Keys, Ph.D., Austin, TX, USA
    • Prof. David Laibman (Brooklyn College and Graduate School of the City Univesity of New York, USA)
    • Linda Lancz
    • Dr. Les Levidow (Senior Research Fellow, Open University, UK)
    • Prof. Peter Linebaugh (University of Toledo, USA)
    • Prof. Dr. Maria Mies, FHS Köln, Germany
    • Monty Neill (Director, Fairtest, USA)
    • Andrea Nicki, Department of Women's Studies, University of British Columbia, Vancouver, BC
    • Vicky Noble, Santa Cruz/California (USA)
    • Louise M. Paré, Ph.D. Center for Women's Spirituality Education and Empowerment (Ashland, OR) (USA)
    • Lydia Rule, lydiarule@40aol.com (USA)
    • Prof. Kathy Russell (State University of New York at Cortland, USA)
    • Nawal el Saadawi (writer, Egypt)
    • Devi Sachetto (Department of Sociology, University of Padova, Italy)
    • Dr. Erella Shadmi, peace and feminist activist, Beit Berl College, Israel

Brief vom 23.3.2010 aus Oaxaca/Mexiko mit Unterschriften von Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern an den Rektor der Universität Innsbruck - 23.3.2010:
    UNIVERSIDAD DE LA TIERRA EN OAXACA, A.C.
    Azucenas 610, Colonia Reforma, C.P. 68050, Oaxaca, Oaxaca.
    Teléfonos: 5151313, 5151241 Fax: 5133384, Correo electrónico: unitierra@prodigy.net.mx

    Oaxaca, Oax. March 23, 2010

    Rektor der Universität Innsbruck
    Prof. Dr. Karlheinz Töchterle
    Innrain 52
    A 6020 Innsbruck / Austria

    We have known for a long time the academic work of Claudia von Werlhof, professor in the Institute of Political Science in your university. Some of us have had the honor and the pleasure of knowing her personally. We had recognized in her a solid scholar, a brilliant public intellectual and a radical, innovative thinker. This has been explicitly recognized by some of the most important thinkers of the XX century, like Ivan Illich, who mentioned his conversations with Claudia as a source of inspiration for his research on gender. Claudia's ideas are discussed today all around the world, in the most diverse settings. Her brilliant and rigorous studies on Latin American campesinos are still a landmark in peasant studies. Claudia's contributions to our theoretical and historical knowledge in many areas have been explicitly recognized for a long time. Google reports almost a 100 000 quotes/citations...

    The current campaign against Claudia, disqualifying her informed opinions and even her mental health or her capacity as a professor, are outrageous and preposterous. However, they should be taken seriously, as the expression of a current mood in certain circles of public opinion, mostly associated with neoliberalism and often conveying a kind of anti-intellectualism.

    We want to explicitly side with Claudia and offer her all our support and solidarity.

    Sincerely,
    Gustavo Esteva, Chairman of the Board

    With
    • Fatma Alloo, Tanzania Media Women’s Association (TANZANIA)
    • Manolo Callahan, University of California (UNITED STATES)
    • Oliver Fröhling, Universidad de la Tierra en Oaxaca (MEXICO)
    • Arturo Guerrero, Centro de Investigaciones y Estudios Superiores en Antropología Social (MEXICO)
    • Peter Horsley, Massey University (NEW ZEALAND)
    • Pat Lauderdale, University of Arizona (UNITED STATES)
    • Sylvia Marcos (MEXICO)
    • Michal Osterweil, University of North Carolina (UNITED STATES)
    • Jean Robert, Universidad de Morelos (MEXICO)
    • Savysaachi, Jamilia Millia Islamia (Central University) (INDIA)
    • Derek Shaw, University of British Columbia (CANADA)
    • Aseem Shrivastava, Nordic College (NORWAY)

    ccp Institutsleiter Prof. Dr. Ferdinand Karlhofer, Institut für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck, Universitäts-Str. 15, A 6020 Innsbruck / Austria – Europe

    ccp Frau Dr. Alexandra Föderl-Schmid, Chefredakteurin „Der Standard“ Verlagsgesellschaft Herrengasse 19–21, A 1014 Wien / Austria - Europe

    ccp Prof. Dr. Claudia von Werlhof, Institut für politikwissenschaft, Universität Innsbruck, Universitätsstr. 15, A 6020 Innsbruck / Austria - Europe

    Additional signatures: 25.3.2010 - April:
    • Monty Neill, National Center for Fair & Open Testing (UNITED STATES)
    • Harry Cleaver, University of Texas (UNITED STATES)
    • Raymundo Sánchez Barraza, Universidad de la Tierra en Chiapas (MEXICO)
    • George Caffentzis, University of Southern Maine at Portland, Maine (UNITED STATES)
    • Immanuel Wallerstein, Yale University (UNITED STATES)
    • Genevieve Vaughan, www.gift-economy.com. (UNITED STATES/ITALY)
    • Bernedette Muthien, „Engender“, 031-555 NPO, www.engender.org.za Cape Town (SOUTH AFRICA)
    • Danica Borkovich Anderson, Forensic Psychotherapist/CEO, The Kolo: Women’s Cross Cultural Collaboration, International USA Based NGO, www.kolocollaboration.org
    • Edward M. Oberweiser (UNITED STATES)
    • Elaine Charkowski (UNITED STATES)
    • Corinne Kumar, World Courts of Women, (INDIA/TUNESIA)

Brief von Prof. Dr. Maria Mies an den Rektor der Universität Innsbruck - 29.3.2010:
    Prof.(a.D.) Maria Mies
    Blumenstraße 9
    D 50670 Köln

    Herrn Prof. Dr. Karlheinz Töchterle
    Universität Innsbruck
    Innrain 52 A 6020 Innsbruck

    29.3.2010

    Sehr geehrter Herr Prof. Töchterle,

    ich habe mit Bestürzung erfahren, welche Hetzkampagne seit geraumer Zeit gegen Frau Professorin Dr. Claudia von Werlhof an Ihrer Universität und in der Presse stattfindet.

    Als Grund für die Vorwürfe wird ein Interview im STANDARD, der wichtigsten Tageszeitung in Österreich genannt. Dort soll Frau von Werlhof gesagt haben, das Erdbeben in Haiti könne u. U. künstlich hervorgerufen worden sein.

    Tatsächlich finden diverse Unterwasserversuche in dieser Region statt, die das Pentagon schon seit geraumer Zeit dort durchführt. Dass dies darüber hinaus auch noch an anderen Orten der Welt der Fall ist, ist bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen (vgl. Rosalie Bertell, Naomi Klein u.a.). Ob es sich dabei um Ölbohrungen oder andere Unterwasserversuche handelt, ist dabei nicht der entscheidende Punkt.

    Jedem Menschen mit gesundem Menschenverstand ist klar, dass solche Eingriffe in das sensible Ökosystem unserer Erde nur negative Folgen haben können. Wir alle haben nur EINE Erde, die wir bewahren und beschützen müssen.

    Ich halte es daher für eine zentrale Aufgabe der Wissenschfler aller Disziplinen, vor allem natürlich der Naturwissenschaftler, dass sie die Ursachen und die Folgen solcher Eingriffe nicht nur analysieren und messen,, sondern auch die sozialen, ökonomischen, ökologischen und politischen Auswirkungen solcher Experimente in ihre Untersuchungen einbeziehen. Wissenschaftler sind eben nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Väter, Mütter und Bürger, die eine Verantwortung, für die Zukunft der nächsten Generation tragen.

    Ich halte es daher für einen Skandal, dass jemand wie Frau Dr. von Werlhof, die das Tabu über das Schweigen über die Ursachen und Folgen solcher Katastrophen durchbrochen hat, von der „Scientific Community“ Ihrer Universität deshalb gemobbt wird. Jede Universität müsste stolz sein, dass eines ihrer Mitglieder den Mut hat, dieses Tabu zu brechen. Frau von Werlhof ist eine international bekannte und hoch geschätzte Wissenschaftlerin und Autorin. Sie müssen doch bedenken, dass die Hetzkampagne gegen Ihre Kollegin nicht nur deren Ruf schädigt, sondern auch den Ihrer Universität. Das kann ja wohl nicht in Ihrem Interesse sein. Außerdem haben Sie eine Fürsorgepflicht gegenüber den KollegInnen Ihrer Universität.

    Ich schließe mich ausdrücklich allen derzeit anlaufenden Protest– und Solidaritätsbekundungen vieler Menschen aus der ganzen Welt an und hoffe, dass Sie alles tun, um diese Hetzkampagne zu beenden und Frau von Werlhof öffentlich zu rehabilitieren.

    Mit kollegialen Grüßen,
    Prof. Dr. Maria Mies

Brief von zahlreichen Persönlichkeiten aus Deutschland, Österreich und Schweiz an den Rektor der Universität Innsbruck - 29.3.2010:
    An den
    Rektor der Universität Innsbruck
    Prof. Dr. Karlheinz Töchterle
    Innrain 52
    A 6020 Innsbruck
    Kopien an:
    Prof. Dr. Ferdinand Karlhofer, Leiter Institut für Politikwissenschaft der Univ. Innsbruck
    Dr. Alexandra Föderl-Schmid, Chefredakteurin „Der Standard“, Wien
    Prof. Dr. Claudia von Werlhof, Institut für Politikwissenschaft, Univ. Innsbruck

    29. März 2010

    Sehr geehrter Herr Professor Töchterle,

    Anfang März dieses Jahres waren wir von Frau Professor Claudia von Werlhof und der Projektgruppe: „Zivilisationspolitik“ am Institut für Politikwissenschaft zur Tagung:„Wege in eine neue Zivilisation“ in die Aula der Universität Innsbruck eingeladen worden, um zu referieren, mit Kolleginnen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland zu debattieren und den wissenschaftlichen Diskurs zum neuen Ansatz der „Kritischen Patriarchatstheorie“ voran zu bringen.

    Uns allen wurde klar, wie wichtig und umfassend dieser neue Ansatz mit seinen interdisziplinären Erklärungsmöglichkeiten der gegenwärtigen weltumspannenden Krise und ihrer Ursachen ist, gerade auch, um mögliche Wege in notwendige Alternativen formulieren und beschreiten zu können.

    Es war eine äußerst gelungene und fruchtbare Tagung. Die Ergebnisse dienen uns in den vielfältigen Gebieten, in denen wir forschen und publizieren. Sie sollen außerdem in einem neuen Buch veröffentlicht werden. Während dieser Tagung konnten wir uns Klarheit verschaffen, wie wir weiter in diesem vielversprechenden Sinne tätig werden können.

    Auch die vier soeben in Deutsch und Spanisch erschienenen neuen Bücher von Prof. Werlhof, in denen Lösungsmöglichkeiten zum Ausweg aus der Vielfalt der heutigen Krisen dargelegt werden, sind von äußerst großem Nutzen für unsere eigenen Arbeiten und für die Allgemeinheit.

    Nun hat eine extreme Diffamierungskampagne gegen Prof. Werlhof stattgefunden und damit auch gegen viele, sehr viele andere, die in dieselbe Richtung denken, forschen und arbeiten. Das ist aus unserer Sicht irrational, wissenschaftlich unbegründet und Demokratie gefährdend.

    Wir bitten Sie und alle MitarbeiterInnen der Universität Innsbruck:

    Gebieten sie Einhalt, stellen Sie sich hinter Prof. Werlhof, schützen und unterstützen Sie sie! Es geht dabei auch nicht allein um den Schutz einer Person, sondern gerade auch um den eines unabhängigen, freien und kritischen Wissenschaftsverständnisses im Sinne der Alma Mater, der Sie als Rektor vorstehen

    Wir jedenfalls werden dies tun. Wir entwickeln bereits Gegenmaßnahmen und Gegendarstellungen. Weil wir uns voll und ganz hinter Prof. Werlhof stellen, erwägen wir auch rechtliche Schritte wegen Verleumdung, Rufschädigung und Gefährdung ihrer persönlichen Sicherheit.

    Wir hoffen, Sie tragen dazu bei, dass die Unterstützung der Universität für Prof. Werlhof in diesem Sinne endlich nachträglich öffentlich deutlich gemacht wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    (Die ErstunterzeichnerInnen, weitere werden noch folgen)
    • Uschi Madeisky, Filmproduzentin, Frankfurt am Main
    • Dr. phil. Kurt Derungs, Direktor der Akademie der Landschaft, Schweiz
    • Prof. Dr. Veronika Bennholdt-Thomsen
    • Dr. Christa Mulack, Religionsphilosophin, Autorin, Hamburg
    • Prof. Isabelle Derungs, Hochschule Luzern
    • Dagmar Margostsdotter-Fricke, Autorin, Dozentin, Wedel
    • Prof. Dr. emeritus Maria Mies, Köln
    • Prof. em. Dr. Bernd Senf
    • Prof. Dr. Renate Genth
    • Dipl.Ing.in Elisabeth Loibl, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bundesanstalt für Bergbauernfragen Wien
    • Dipl.-Ing. Univ. Lekt. Andrea Heistinger, Freie Agrarwissenschaftlerin, Autorin und Beraterin
    • Prof. Dr. Arno Gruen (Zürich, Schweiz)
    • Ursula Beiler, Bildhauerin, Silz/Tirol, Österreich
    • Konstantin Wecker, Künstler und Musiker, München
    • Eberhard Petschinka, Maler und Schriftsteller, Wien
    • Dr. Hannes Hofbauer, Verleger, Wien

Brief der ALMA-MATER-Akademie, Speyer-Karlsruhe, an den Rektor der Universität Innsbruck - 30.3.2010:
    A L M A M A T E R Akademie, Speyer-Karlsruhe

    30. März 2010

    Sehr geehrter Herr Professor Töchterle,

    seit einiger Zeit hören wir von einer Hetzkampagne gegen Frau Professor Claudia von Werlhof, aufgrund eines Interviews, das sie als private Person der Zeitschrift "Der Standard" Wien, gab.

    Mit Verwunderung, Schrecken und großer Irritation nehmen wir nun das Ausmaß dieser Diffamierungskampagne zur Kenntnis, das den Straftatbestand des Rufmordes, der Verleumdung und der Gefährdung der persönlichen Sicherheit beinhaltet.

    Frau Prof. Dr. Claudia von Werlhof genießt durch ihre wissenschaftliche Arbeit, ihre Publikationen und ihre zahlreichen Bücher in Deutschland einen großen Bekanntheitsgrad gepaart mit einem außerordentlich großen Ansehen.

    Gerade sie, ruft zu einem längst überfälligen, wissenschaftlichen Diskurs auf, um Lösungsmöglichkeiten aus den gegenwärtigen weltweiten Krisen zu finden, deren Ursache sie mit vielen anderen WissenschaftlerInnen und ForscherInnen in dem herrschenden, patriarchalen System sieht.

    Wir sind überzeugt, dass gerade in dieser Thematik auch der Grund für die Verfolgung von Frau Werlhof zu suchen ist. Demnach geht es hier nicht nur um die Person einer Wissenschaftlerin, sondern um die Vertretung von wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen in der Öffentlichkeit. Hier geht es um Meinungsfreiheit, Demokratie und dem unabhängigen, kritischen Wissenschaftsverständnis, denn nicht nur Frau Werlhof, sondern viele andere Studien weltweit kommen zu den gleichen Ergebnissen.

    Sehr geehrter Herr Professor Töchterle, wir bitten Sie und alle MitarbeiterInnen der Universität Innsbruck diesem Treiben ein Ende zu bereiten, indem Sie sich öffentlich hinter Frau Dr. Werlhof stellen, ihr Rückenstärke vermitteln, sie schützen und unterstützen. Die Universität Innsbruck kann sich glücklich schätzen diese kompetente Wissenschaftlerin in ihren Reihen zu wissen.

    Wir werden auf jeden Fall von unserer Seite alles tun um Schaden von Frau Werlhof fernzuhalten, Wir werden hier in Deutschland einen Solidaritätsaufruf starten, internationale Aufklärungsarbeit leisten und eine Gegendarstellung veröffentlichen. Bitte helfen Sie von Ihrer Seite mit.

    In der Hoffnung einer baldigen Beendigung dieser unhaltbaren Situation, verbleiben wir,

    mit freundlichen Grüßen,
    gez. Siegrun I. Laurent
    Akademieleitung

    Kopien dieses Schreibens gehen zunächst an
    Prof. Dr. Ferdinand Karlhofer, Leiter des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck,
    Frau Dr. Alexandra Föderl-Schmid, Chefredakteurin "Der Standard", Wien
    und Frau Prof. Dr. Claudia Werlhof, Institut für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck

Am 12.4.2010 nimmt der Bundesverband Arbeiterfotografie wie folgt Stellung:
    Sehr geehrter Herr Prof. Karlheinz Töchterle,
    sehr geehrter Herr Prof. Ferdinand Karlhofer,

    mit Bestürzung haben wir wahrgenommen, wie Frau Prof. Dr. Claudia von Werlhof infolge eines Interviews unter Druck gesetzt worden ist. Frau Prof. von Werlhof, eine bis dahin international geschätzte Wissenschaftlerin, sieht sich seither einer groß angelegten Ruf schädigenden Diffamierungskampagne ausgesetzt, weil sie sich erlaubte, ein augenscheinlich heißes Eisen, sprich ein Tabuthema zu berühren, bzw. zu brechen. Im Neuhochdeutsch schlicht mit der allumfassenden, globalen Vokabel „Verschwörungs-theorie“ belegt. Das missbilligen wir - als Verband, der seine Wurzeln in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus hat - mit aller Entschiedenheit. Österreich ist wie Deutschland - wo unser Verband seinen Sitz hat - keine Diktatur sondern eine Demokratie, in der das Recht auf freie Meinungsäußerung einen hohen Rang hat. Wir sind diesbezüglich sensibilisiert, weil wir selbst jüngst Zielscheibe von diffamierenden Kampagnen geworden sind. Das aber hat unsere Auffassung bestärkt: Fragen und Gedanken müssen - auch wenn sie unbequem sind - nicht nur zulässig sondern erwünscht sein. Das sollte jedem Wissenschaftler wie auch jedem anderen frei denkenden Menschen ein Anliegen sein. Freies, der Aufklärung verpflichtetes Denken richtet keinen Schaden an. Es ist eine ganz entscheidende Basis für das rechtzeitige Wahrnehmen gefährlicher Entwicklungen und damit für eine positive Perspektive der menschlichen Gesellschaft. Im Übrigen zeichnet sich Wissenschaft gerade dadurch aus, dass (nach-)geforscht wird. Gäbe es mehr Menschen wie Claudia von Werlhof, wäre uns möglicherweise der Hitler-Faschismus und manch anderes Desaster der jüngeren Geschichte (Vietnam, Irak, Afghanistan…) erspart geblieben. Wir appellieren an Sie: stärken Sie Frau Prof. Dr. Claudia von Werlhof den Rücken anstatt ihr in den Rücken zu fallen. Geben sie der Klärung kritischer Fragen ihren akademischen Raum. Das schadet nicht dem Ruf Ihrer Universität und Ihres Instituts. Im Gegenteil: das ist ein Zeichen, das Sie setzen können - im Sinne von Großmut, Unbestechlichkeit und unser aller Freiheit.

    Der Vorstand des Bundesverbands Arbeiterfotografie
    Anneliese Fikentscher
    Senne Glanschneider
    Andreas Neumann
    Dietmar Wegewitz
    Herbert Sauerwein

Am 14.4.2010 meldet sich der Rektor der Universität Innsbruck, Prof. Karlheinz Töchterle, mit einem Schreiben an Verantwortliche innerhalb der Universität und an die Chefredakteurin des 'Standard' zu Wort und stellt sich hinter Claudia von Werlhof:
    Universität Innsbruck
    Der Rektor

    Herrn Dekan
    Univ.-Prof. Dr. Fritz Plasser

    Herrn Institutsleiter
    Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Karlhofer

    Frau Institutsleiterin
    Univ.-Prof. Dr. Brigitte Mazohl

    Frau Chefredakteurin
    Dr. Alexandra Föderl-Schmid

    14. April 2010

    Sehr geehrte...,

    in den vergangenen Wochen und Monaten hat ein Interview der Innsbrucker Politikwissenschaftlerin Claudia von Werlhof in der Tageszeitung „Der Standard“ am 13. Februar 2010 zu heftigen Diskussionen in verschiedenen (Internet-)Medien geführt. Frau Kollegin Werlhof hat sich in diesem Interview mit dem Phänomen des „Kapitalismus“ auseinander gesetzt und dabei die Zerstörung als wesentliche Triebfeder dieses Systems identifiziert. Dieser Erklärungsansatz baut dabei nicht zuletzt auf den Thesen des österreichischen Ökonomen und Theoretikers Joseph Schumpeter auf, der die „schöpferische Zerstörung“ als das Wesen des Kapitalismus postuliert hatte und sie als letztlich positive Kraft verstand, die, vereinfacht gesagt, dazu führt, Rahmenbedingungen zu hinterfragen, überkommene Vorstellungen beiseite zu schieben und daraus Neues zu entwickeln.

    Anders als Schumpeter betonte Kollegin Werlhof jedoch, ebenfalls vereinfacht gesagt, dass diese „Zerstörung“ letztlich kontraproduktiv sei und dazu führe, die Rahmenbedingungen permanent zu verschärfen. Als einen Beleg für diese Möglichkeit der negativen Zerstörung verwendete Kollegin Werlhof dabei das HAARP-Projekt, das, in den USA entwickelt, es unter anderem ermöglichen solle, Klima zu beeinflussen und auch künstliche Erdbeben zu erzeugen.

    An diesem Satz, der dann immer wieder nur verkürzt wiedergegeben wurde, entzündete sich die oben erwähnte Diskussion, da nun behauptet wurde, Frau Kollegin Werlhof hätte den USA vorgeworfen, das verheerende Erdbeben in Haiti künstlich evoziert zu haben, um daraus politischen und wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit, denn Frau Werlhof hatte lediglich ausgeführt, dass es Technologien gibt, die in der Lage sein könnten, die Natur entsprechend zu beeinflussen.

    Es gibt dazu durchaus eine internationale (wissenschaftliche) Diskussion, sowohl über das Projekt HAARP als auch andere entsprechende Projekte und deren mögliche Auswirkungen.

    Ich komme nun aber zu dem für mich als Wissenschaftler und Rektor der Universität Innsbruck wesentlichen Punkt: Man kann über die Äußerungen und Einschätzungen von Kollegin Werlhof geteilter Meinung sein. Letztlich ist es aber so, dass in Österreich wie in demokratischen Gesellschaften weltweit Meinungsfreiheit und die Freiheit von Wissenschaft und Forschung eine wesentliche Voraussetzung unseres Zusammenlebens sind. Dies ist sowohl im Staatsgrundgesetz (Art. 17 StGG) als auch im Universitätsgesetz 2002 (§2 Abs.1, UG 2002) eindeutig garantiert.

    Dass die provokanten Thesen von Frau Werlhof nicht unwidersprochen bleiben konnten, war klar und wahrscheinlich auch gewünscht. So entsteht eine Diskussion, die angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung durchaus sinnvoll sein könnte. Gerade die Frage, in wieweit der Kapitalismus die Zerstörung braucht, um Neues entstehen zu lassen, und wie weit das gehen soll und darf bzw. dies positiv oder negativ ist, ist doch sehr spannend. In diesem Zusammenhang wird es bessere und schlechtere Argumente sowie realistischere und unrealistischere Szenarien geben. Das zu beurteilen liegt letztlich doch auch immer im Auge der Betrachterin und des Betrachters. Und hier sind wir dann wieder bei der Meinungsfreiheit.

    Völlig indiskutabel in diesem Zusammenhang ist für mich jedoch, wenn Frau Kollegin Werlhof direkt oder indirekt als krank oder verrückt bezeichnet und daraus abgeleitet sogar ihre Entlassung gefordert wird. Hier werden und wurden eindeutig Grenzen überschritten und das ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer freien Gesellschaft nicht tolerierbar. Frau Prof. Werlhof hat ihren Denkansatz in eine wichtige Diskussion eingebracht, das ist ihr Recht und das schadet der Universität Innsbruck nicht. Sie hat eine Diskussion entfacht, der sie sich nun auch stellen muss. Sie muss das jedoch nur in einem gesellschaftlich vertretbaren Rahmen von Argument und Gegenargument tun. Diffamierungen und persönliche Angriffe haben hier nichts verloren.

    Mit freundlichen Grüßen
    o. Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle
    R e k t o r



Anhang

Offener Brief an die EU-Außenkommisarin vom 1.4.2010 - Open letter to H.E. Catherine Ashton, High Representative of the European Union for Foreign Affairs and Security Policy, and Vice-President of the European Commission

In einem Offenen Brief fragen drei internationale Umweltorganisationen aus Griechenland und Belgien die neue EU-Außenkommisarin Catherine Ashton danach, was sie bezüglich einer Aufklärung über die Gerüchte eines künstlich produzierten Erdbebens in Haiti, die Entwicklung von Umwelt-Waffen des Militärforschungszentrums HAARP in Alaska, die Anerkennung der Existenz von Erdbeben-Waffen seitens des US-Verteidigungsministeriums und die Einlösung der Forderungen des Europa Parlaments nach einer Untersuchung des HAARP, die schon 1999 erhoben wurden, zu tun gedenkt.

H.E. Baroness Catherine ASHTON
High Representative of the European Union for Foreign Affairs and Security Policy, and Vice-President of the European Commission
Rue de la Loi 200
BE - 1049 Brussels
Belgium

Thursday, 1st April 2010

Your Excellency,

Along with the President of the European Council, Mr. Herman Van Rompuy, you have been the target of criticism from - particularly British - nationalist politicians using the forum of the European Parliament, as embodiments and symptoms of a “democratic deficit” in the European Union. This deficit is in their view best illustrated by the fact of senior political positions in the European Union being occupied by people lacking, or arguably lacking, a popular electoral mandate.

The Capodistrias-Spinelli-Europe Initiative, the Belfort Group and the Greek Movement against Chemical Aerial Spraying would like to convey to you their view that the European Union’s “democratic deficit” has worse manifestations than this. For example, although the European Parliament has made four calls for a moratorium on the use of depleted uranium weapons, the most recent being in May 2008, when the call was supported by 94% of the parliamentarians, because European Parliament resolutions on “defense matters” are not binding, this overwhelming evidence of massive popular opposition to the military use of depleted uranium has been without resonance at the official level in the European Union.

Similarly, after the recent earthquake in Haiti, you were the target of criticism owing to your unwillingness to go there immediately, as US Secretary of State Hillary Clinton and other senior politicians did. You are quoted as having described such a reaction as “disaster tourism”, and as having said: “''I am not a doctor, nor a firefighter. I had nothing to contribute on the ground other than taking up valuable space when planes were unable to land because of the state of the airfield.''

You will doubtlessly be familiar with the allegations that the Haiti earthquake was caused deliberately. The charge has been made not only by Venezuela’s ViveTV and by Hugo Chavez, backed by other Latin American leaders, but is also in wide circulation among less well-known people. The use of “earthquake weapons” was brought to the attention of the public in the mid-1990s by 90 deputies in the Russian state Duma, who focused their criticism in particular on the United States’ HAARP installations in Alaska.

The existence of earthquake weapons has moreover been acknowledged by US official spokespersons. At a news briefing in 1997, Secretary of Defense William Cohen said: “Others are engaging even in an eco-type of terrorism whereby they can alter climate, set off earthquakes, volcanoes remotely through the use of electromagnetic waves.” In a book published in the 1970s, former U.S. National Security advisor Zbigniew Brzezinski looked forward to a future in which “technology will make available to the leaders of the major nations a variety of techniques for conducting secret warfare, of which only a bare minimum of the security forces need be appraised…”

If true in the case of Haiti, the earthquake warfare interpretation would help to explain the strong pressures on politicians to show humanitarian concern rather than investigate what has happened, or is happening, when such disasters occur. Pressures of this kind were also seen last year in the context of the Swine Flu vaccination campaign and appear to be intensifying and becoming more frequent.

HAARP was one of the subjects dealt with in the 1999 European Parliament report, ref.nr. A4-0005/99, “On the environment, security and foreign policy”. It is worthwhile pointing out that, unlike the United States government, the European Commission, in the person of Commissioner Wallström (3rd July 2003) is on record as acknowledging that HAARP is “a military programme”. The European Parliament has characterized HAARP as “a weapons system that disrupts the climate”, adding that “by virtue of its far-reaching impact on the environment, HAARP is a global concern, whose legal, ecological and ethical implications must be examined by an international independent body.”

Just as with depleted uranium, European Parliament resolutions on HAARP are not binding. Even the European Commission “has no competence nor indeed the expertise, to act in relation to such matters.”

Your Excellency, would you not agree that if the European Commission and the European Council (and indeed the European Parliament and constitutionally empowered civil society institutions free from pressures from the corporate or state mass media, and free from pressures from demagogic nationalist parliamentarians) had in 1999 set about acquiring the competence and the expertise to research into the real capacities and purposes of the HAARP installations, Europeans might now be in a position to know how much truth there is or is not in the allegations that “disaster capitalism” is now routinely committing atrocities in the form of earthquakes, tsunamis, hurricanes and floods, “natural disasters” which are then smothered in layers of hypocritical mass media pseudo-humanitarianism, into which politicians and the general public are conscripted?

Would the critics who attacked you for your unwillingness to drop everything to go to Haiti and “wave the flag for Europe”, as French Europe minister Pierre Lellouche said you should have done, then not be somewhat more restrained in these criticisms?

Is the European Union’s inability to take positions on such issues as depleted uranium, HAARP, and other more deeply censored matters that are currently categorized as being “the province of conspiracy theorists”, not the most significant aspect of the European Union’s “democratic deficit”?

The Capodistrias-Spinelli-Europe initiative, the Belfort Group and the Greek Movement against Chemical Aerial Spraying would appreciate it, Your Excellency, if you could inform us of your own position on the above-mentioned thoughts and reflections.

In presenting our most respectful regards to you, Your Excellency, we remain

Yours sincerely,
Mr. Wayne HALL
Mr. Peter VEREECKE
Ms. Aliki STEFANOU

Capodistrias-Spinelli-Europe Initiative
Represented by Mr. Wayne Hall
Porinou 8.
GR - 117 42 Athens, Greece

Belfort-group
Represented by Mr. Peter Vereecke
Hooiwege 20
BE - 9940 Evergem, Belgium

Greek Movement against Chemical Aerial Spraying
Represented by Ms. Aliki Stefanou
61 Esfigmenitou St.
Volos, Greece

Copie: H.E. Mr. Herman Van Rompuy, President of the European Council